Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick über unsere wichtigsten Argumente gegen das neue/alte Umstrukturierungsprojekt "Media-Spree".
„MediaSpree“: Bündnis mächtiger KonzerneMedia Spree ist ein Netzwerk aus Lobbyisten, das sich das „Management“ der Spreeufer in Friedrichshain-Kreuzberg zur Aufgabe macht. Diverse Grosskonzerne aus der Bau-, Finanz- und Immobilienbranche arbeiten in der „Media-Spree“-Lobby zusammen – etwa Anschutz, Hoch-Tief, Allianz und viele mehr. Der Lobbyverbund MediaSpree wiederum ist eng vernetzt mit großen Unterhaltungskonzernen, wie MTV, Universal und O2. Die MediaSpree-Lobby-Arbeit hängt eng zusammen mit dem sogenannten „Stadtumbau West“, einem mit viel Kohle geförderten Senatsprojekt, dass sich explizit für die „Aufwertung“ der betroffenen Gebiete einsetzt.
„MediaSpree“: Fette Bauprojekte an die SpreeMedia Spree besteht aus einer Reihe zum Teil grössenwahnsinniger Bau- und Umbauprojekte. Zu MediaSpree gehört ebenso der Neubau der sog. „O2-Arena“ (s. Kasten) wie die Sanierung der „Spreespeicher“, wo schon seit einigen Jahr die Konzerne „Universal“ und „MTV“ residieren, der Neubau des „Spreeports“ wie die Sanierung der alten Heeresbäckerei. So unterschiedlich die einzelnen Bauprojekte sein mögen, die Nutzung ist doch immer die gleiche: - Teurer Wohnraum für die, die sich sowas leisten können
- Büroflächen, bevorzugt für Medien- und sogenannte „Kreativ“-Firmen
- Schlechte kommerzielle Unterhaltung
- Konsumflächen: Warenpaläste zum Geldausgeben
„MediaSpree“: Aus vielen Gründen ekelhaftStadtentwicklung von oben „MediaSpree“ ist ein klassisches Beispiel für hässliche Stadtentwicklung von oben. Die Meinung der AnwohnerInnen ist nicht gefragt; allenfalls auf Alibi-Veranstaltungen dürfen sie ihre Meinung kundtun ,um der Form Genüge zu leisten. Private Aneignung des Raumes Sollten die Pläne der „MediaSpree“-StrategInnen in Erfüllung gehen, so wird fast das gesamte Ufergebiet privat-kommerziell genutzt und in der Hand grosser Konzerne sein. Der Zugang regelt sich dann nach einem einfachen Schema: wer zahlen kann und will (für Konsum, Luxuswohnen, schlechte Unterhaltung) und auch sonst den Interessen der Eigentümer entspricht, darf rein – alle anderen bleiben draussen. Hohe Kosten für die öffentliche Hand, Privatisierung der Gewinne Es ist mittlerweile zur Regel geworden: die Kosten trägt die öffentliche Hand, Gewinne fliessen in private Taschen. So wurden die Erschliessungsmassnahmen (Strassen, Beleuchtung usw.) für die sogenannte „O2-Arena“ in Höhe von 15,6 Mio. € fast vollständig von der öffentlichen Hand bezahlt – die Profite aus dem Betrieb der Halle werden jedoch zwischen einigen Grosskonzernen aufgeteilt.
Zubetonierung der Spreeufer Der ehemalige Mauerstreifen soll – bis auf einen schmalen, geleckten Park und einen Uferweg – fast komplett zugebaut werden. AnwohnerInnen-Gärten, Parks, Freiflächen, Spielplätze, Wagenburgen? Pustekuchen, damit kann man oder frau keine Profite machen. Aufwertung, Verdrängung, Mieterhöhung Schon jetzt ist in Kreuzberg und Friedrichshain eine massive Verteuerung vor allem bei den Mieten zu beoabachten; durch MediaSpree wird dieser Prozess noch gefördert: langjährige EinwohnerInnen mit geringem Einkommen werden verdrängt, die neue schicke Szene macht sich breit, und das alles soll uns als „Aufwertung“ schmackhaft gemacht werden.
Vertreibung alternativer Strukturen und Projekte Für alternative Projekte ist in den Plänen der „MediaSpree“-Lobby kein Platz vorgesehen? Alternatives Wohnen alternative Kultur, selbstorganisierte nichtkommerzielle Freiräume? Köpi, Schwarzer Kanal oder die NewYorck im Bethanien? Geht es nach „MediaSpree“, so sollen sie alle verschwinden – in ihrer „neuen kreativen Kreuzberger Mischung“ soll für sie alle kein Platz mehr sein.
|